Neue Reitregelung 2018 NRW: Bleibt Alles beim Alten?

Auch in Zukunft darf im Wald  nicht auf allen Wegen geritten werden!

Unstrittig ist das da, wo entsprechende Schilder aufgestellt sind. Festgelegte Fuß-/Wanderwege oder Radwege bleiben ebenso tabu wie durch Reitverbot-Schilder gekennzeichnete Wege.
Aber nicht jeder naturfeste Weg im Wald ist auch ein naturfester Waldwirtschaftsweg (siehe § 58 Abs. 2 LNatSchG NRW weiter unten auf dieser Seite).
Im Zweifel heißt es: weg vom Weg und auf den eindeutig zugelassenen Strecken bleiben.

Bild 1: naturfester Waldwirtschaftsweg = reiten (grundsätzlich) erlaubt
Bild 2: naturfester Waldweg = reiten auch zukünftig (grundsätzlich) nicht erlaubt

Grundsätzlich bedeutet, dass nach Recherche von reitsportinfos.de die Kommunen rund um den Einzugsbereich dieses Organs die Karte des § 58 Abs. 4 LNatSchG NRW ziehen wollen und weiterhin das Reiten im Wald ausschließlich auf gekennzeichnete Wege beschränken.

Einige Vertreter von Kreisreiter- und Freizeitreiterverbänden sind am Thema und versuchen, für Klarheit zu sorgen.
So lange sollte man nicht eindeutige Wege meiden oder § 58 Abs. 9 LNatSchG NRW angewenden.


Worum es geht:

§ 58 – Reiten in der freien Landschaft und im Wald (zu § 59 Absatz 2 Satz 2 des Bundesnaturschutzgesetzes)

(1) Das Reiten in der freien Landschaft ist über den Gemeingebrauch an öffentlichen Verkehrsflächen hinaus zum Zweck der Erholung auf privaten Straßen und Wegen auf eigene Gefahr gestattet. Dies gilt sinngemäß für das Kutschfahren auf privaten Wegen und Straßen, die nach der Straßenverkehrsordnung nur für den landwirtschaftlichen Verkehr freigegeben sind.

(2) Das Reiten im Wald ist über den Gemeingebrauch an öffentlichen Verkehrsflächen hinaus zum Zweck der Erholung auf privaten Straßen und Fahrwegen sowie auf den nach den Vorschriften der Straßenverkehrsordnung gekennzeichneten Reitwegen auf eigene Gefahr gestattet. Fahrwege sind befestigte oder naturfeste Waldwirtschaftswege.

(3) In Gebieten mit regelmäßig geringem Reitaufkommen können die Kreise und kreisfreien Städte durch Allgemeinverfügung im Einvernehmen mit der Forstbehörde und nach Anhörung der betroffenen Gemeinden und Waldbesitzer- und Reiterverbände das Reiten im Wald über die Befugnis nach Absatz 2 hinaus auf allen privaten Wegen im Wald zum Zweck der Erholung zulassen. Die Zulassung ist im amtlichen Verkündungsorgan des Kreises oder der kreisfreien Stadt bekannt zu geben.

(4) In Waldflächen, die in besonderem Maße für Erholungszwecke genutzt werden, können die Kreise und kreisfreien Städte durch Allgemeinverfügung im Einvernehmen mit der Forstbehörde und nach Anhörung der betroffenen Gemeinden und Waldbesitzer- und Reiterverbände das Reiten im Wald auf die nach den Vorschriften der Straßenverkehrsordnung gekennzeichneten Reitwege beschränken. Die Beschränkung ist im amtlichen Verkündungsorgan des Kreises oder der kreisfreien Stadt bekannt zu geben.

(5) Für einzelne, örtlich abgrenzbare Bereiche in der freien Landschaft und im Wald, in denen das Reiten nach Maßgabe der Absätze 2 und 3 gestattet ist, aber die Gefahr erheblicher Beeinträchtigungen anderer Erholungssuchender oder erheblicher Schäden besteht, können die Kreise und kreisfreien Städte für bestimmte Wege Reitverbote festlegen. Diese Wege sind nach den Vorschriften der Straßenverkehrsordnung zu kennzeichnen.

(Hinweis: Gemäß § 84 Absatz 2 tritt § 58 Absatz 2 bis 5 am 1. Januar 2018 in Kraft.)

(6) Die Vorschriften des Straßenrechts und des Straßenverkehrsrechts bleiben unberührt.

(7) Die Eigennutzung durch Grundstückseigentümer und sonstige Berechtigte bleibt unberührt, soweit hierdurch das Betretungsrecht nicht unzumutbar beeinträchtigt wird.

(8) Die Naturschutzbehörden sollen im Zusammenwirken mit den Forstbehörden, den Gemeinden, den Waldbesitzern und den Reiterverbänden für ein ausreichendes und geeignetes Reitwegenetz sorgen. Grundstückseigentümer und sonstige Berechtigte haben die Kennzeichnung von Reitwegen und Reitverboten zu dulden.

(9) Das Führen von Pferden in der freien Landschaft und im Wald richtet sich nach den Vorschriften dieses Gesetzes über das Reiten. Das Führen von Pferden im Wald ist darüber hinaus auf allen Wegen gestattet. Dies gilt auch für die Wege in Waldflächen nach Absatz 4.


Text und Bilder: Joachim Krügel

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1 Antwort

  1. Andreas König sagt:

    Liebe Reiterfreunde,
    das neue Gesetz „Reitrecht in NRW ab 01.01.2018“ ist nichts anderes als Kokolores. Es war und ist von vorherein klar, dass bestimmte Kommunen nicht das geringste Interesse aufbringen die Reitwegegesetze in NRW zu ändern. Es war so und bleibt so ist deren Devise. Dabei bräuchten sie nur mal einen Blick ins Nachbarland Rheinland Pfalz werfen. Ein Gesetz das von den einzelnen Kommunen ausgehebelt werden kann ist, wie oben gesagt, nicht brauchbar. VFD und FN und andere Verbände sollten sich nicht zu sehr loben! Im Prinzip haben sie nichts geändert! Mir persönlich bleibt nichts anderes übrig als weiterhin in Rheinland Pfalz meinem Hobby zu frönen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Andreas König

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